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Kursnummer: 201-1010

Info: Zu diesem Thema findet am 23. Januar 2020, 17.00 - 19.00 Uhr in der NORDAKADEMIE, Köllner Chaussee 11 in Elmshorn, Raum H 008/H 007 eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt.
Das Forum Politik und Wirtschaft ist eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, geplant und moderiert durch Senator a. D. Reinhard Ueberhorst. Die Veranstaltung ist offen für alle Hochschulangehörigen der Nordakademie, für Alumni und Interessierte aus der Region. Sie gehört zu dem Seminar "Politik und Wirtschaft - Basiswissen und -kompetenzen für Querdenker" im Studium generale-Programm der Nordakademie.
Die Ausgangsfragen des Vortrags lauten: Ist unsere Demokratie trotz jahrelanger Debatten unfähig zu vernünftiger Klimapolitik? Braucht es für eine effektivere Politik generell mehr Herrschaft von ökonomischem und anderem Sachverstand? Oder müssen wir uns mit quälenden Interessenskonflikten, populistischen Debatten und faulen Kompromissen schlichtweg abfinden, wenn wir in einer liberalen Demokratie leben wollen?
In seinem Vortrag wird der Referent ein drittes, deliberatives Modell vorgeschlagen. Mit dem Leitgedanken: Entscheidend ist Lernen über Handlungsalternativen. Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sollen demnach gemeinsam alternative politische Handlungspfade und deren vielfältige Auswirkungen explorieren. Damit ist gerade nicht bloß "mehr Partizipation" oder gar "direkte Demokratie" gemeint. Vielmehr geht es um einen systematischen, argumentativen Austausch über Alternativen - statt Stammtischparolen und fatal-verführerischen "einfachen Wahrheiten". Entscheidend für den Erfolg einer solchen gesamtgesellschaftlichen Deliberation ist es, dass die untersuchten Ziele und Handlungsoptionen tatsächlich die unterschiedlichen Wertvorstellungen der Gesellschaft einbeziehen. Der Fokus auf die konkreten Auswirkungen von Handlungsalternativen ermöglicht konstruktivere, weniger ideologisch geführte Diskurse, einen wechselseitigen intensiven Lernprozess sowie - überraschend oft - die Übereinstimmung über konkrete Maßnahmen trotz sehr unterschiedlicher Wertvorstellungen. Die erfolgreichen Beispiele aus Irland, Australien etc. sowie konkrete Ideen für Deutschland (nationale, interaktive Online-Plattform verbunden mit lokalen Bürgerräten) zeigen, dass die deliberative Demokratie längst keine Utopie mehr ist, selbst in Zeiten des Populismus. So könnte wissenschaftliche Expertise adäquat und legitim in demokratischen Entscheidungsfindungsprozessen einbezogen werden.

Der Referent Dr. Martin Kowarsch hat Philosophie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Er leitet die Arbeitsgruppe "Wissenschaftliche Assessments, Ethik und Politik" am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Das MCC ist ein internationales Forschungsinstitut mit Sitz in Berlin, das die Politik auf internationaler und nationaler Ebene aus ökonomisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive über Klimaschutz- und Nachhaltigkeitspfade informiert. Direktor des MCC ist Prof. Ottmar Edenhofer. Kowarsch ist Associate Editor des Journals Palgrave Communications. Er hat über 50 wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Artikel bzw. Bücher verfasst.

Kosten: 0,00

Zeitraum: 23.01.2020 - 23.01.2020
Dauer: 1 Termin
Uhrzeit: 17:00 - 19:00

Datum Zeit Straße Ort
Do. 23.01.2020 17:00 - 19:00 Uhr   Elmshorn, Nordakademie

 

Veranstaltungskalender

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